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Telepräsenz bei DIN: Individuell und eben nicht normiert

Den Begriff „DIN“ kennen die meisten von uns nur vom DIN A4 Papier oder dem DIN lang Briefbogen und irgendwann haben wir auch mal gelernt, dass er die Abkürzung ist für „Deutsche Industrie-Norm.“


Nur, das ist falsch:  DIN steht für  „Deutsches Institut für Normung“  – so ist die richtige Bedeutung – mit Sitz in Berlin hat die Aufgabe, gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und auch Behörden allgemein gültige Maßstäbe zu entwickeln und zu definieren, die letztenendes uns allen den Alltag ein bisschen erleichtern. Wie wichtig das ist, fällt spätestens auf, wenn der Handy-Akku leer ist und das Ladegerät des Kollegen leider nicht passt. Und wie sehr die Arbeit des DIN anerkannt ist, zeigt sich auch daran, dass etwa 30.000 Expertinnen und Experten mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung an derartigen Normungsprozessen mitarbeiten.

Sie miteinander zu vernetzen, auch international: das ist eine Aufgabe des Konferenzzentrums im Berliner Haus der Normung. Hier reisen jährlich etwa 60.000 Sitzungsteilnehmer an, hier sind seit Kurzem aber auch technische Lösungen vorhanden, die helfen, Reisezeit und –kosten einzusparen,
Ein wichtiger Beitrag dazu ist der Telepresence Immersive Room, der Videokonferenzen so gestaltet, dass Teilnehmer die tatsächliche Distanz nahezu vergessen und ihre Gesprächspartner am Bildschirm so wahrnehmen, als säßen sie ihnen direkt gegenüber. Dass die Lösung für DIN nicht nur technisch überzeugt, liegt auch daran, dass alle Beteiligten hier vom Start weg Hand in Hand arbeiteten.

 

Anfangen wie immer…

„Es begann erst einmal mit den üblichen Bauplänen und Skizzen,“ erzählt Jürgen Klingelhöfer, Objektplaner bei Neuland, „und mit der Aufforderung, mir doch mal Gedanken über die Möblierung zu machen. Mir war natürlich klar, dass ein Telepräsenzraum nicht nur an die Videotechnik ganz besondere Anforderungen stellt: Insbesondere für die Farbgestaltung und das Licht gibt es da einige Parameter, die gerade wegen der Kameras zu beachten sind!“


Erste Zeichnungen und 3D-Darstellungen wurden präsentiert und dann leidenschaftlich diskutiert: „Unsere Entwürfe fanden durchaus Anklang, allerdings mussten sie dem innenarchitektonischen Konzept des gesamten Gebäudes angepasst werden: eins der wichtigsten gestalterischen Elemente war quer verlaufendes Eichenholz.“
In enger Abstimmung zwischen den klm Innenarchitekten, dem technischen Ausstatter ProVideo und eben Neuland wurde nun, Zug um Zug aus einem Rohbau ein Raum für Videokonferenzen, bei dem Technik und Ästhetik perfekt zusammenspielen.

 

Anders weiter…

„Es gibt da eine Menge Details, die man eben nicht sofort wahrnimmt, die aber ziemlich einzigartig sind,“ beschreibt Klingelhöfer. „An einer Wand z.B. sind oben nicht nur drei 75-Zoll-Bildschirme nebst Kameras und Lautsprechern installiert, unten musste auch noch ein Präsentationsmonitor hinein. Da der aber nicht immer benötigt wird, soll er in solchen Fällen auch diskret ‚verschwinden’ können! Dazu haben wir uns dann eine elektrisch betriebene Querverschiebekonstruktion ausgedacht, die eine Tür zunächst aus dem Frontniveau nach hinten und dann zu Seite weg schiebt!“
Auch für das Licht musste eine individuelle Lösung her: Diverse Lösungen wurden angedacht, viele dann wieder verworfen und schlussendlich war es dann ein Lichtsystem, das seine Energie zunächst nach oben abgibt, dann aber über die Spezialdecke wieder nach unten strahlt und so die Gesichter der Konferenzteilnehmer perfekt ausleuchtet! Das Licht nimmt also einen Umweg – sozusagen!

Ganz nebenbei ist das Möbel an sich auch noch eine Klimaregulierung! Dahinter – oben an der Raumdecke hinter der Medienwand ist ein so genannter Klimabalken installiert! Der saugt oben warme Luft an, kühlt sie ab und führt sie nach unten im Sockelbereich der Medienwand wieder heraus! Eine ganz besondere Herausforderung für ein Möbelstück!

Und so ist das eigentlich Besondere an diesem Konferenzraum nicht nur die Telepräsenz, erklärt Klingelhöfer: Die heutigen Lösungen überzeugen – in technischer Hinsicht. Und natürlich war auch genau das wichtig. “ Der Objektplaner lächelt. „Hier sind wir einen Schritt weiter gegangen: Unter der Führung von ProVideo haben wir, ProVideo und die Architekten von klm  gemeinsam einen individuellen Telepräsenzraum geschaffen, der perfekt auf die Ansprüche und den Stil von DIN eingerichtet ist. Darauf sind wir stolz.“